Seit dem 12. Jahrhundert hatte sich bei uns das gesamte Handwerk schnell weiterentwickelt. Der Grund dafür war vor allem die Entstehung und der Aufbau vieler neuer Städte. Und dafür wurden die verschiedensten Handwerkergruppen benötigt – diese waren für die Planung und Ausführung zuständig. Auch deshalb bildeten sich spezielle Handwerker-Zünfte – hier kamen z.B. die Dachdecker, Zimmermänner, Maurer oder Steinsetzer zusammen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die damaligen Handwerksgesellen gingen zum Lernen auf Wanderschaft. Die Zunftkleidung hatte dabei die wichtige Aufgabe, die damals „reisenden“ Handwerker davor zu bewahren, fälschlicherweise für einen Bettler oder Gesindel gehalten zu werden. Übrigens – die „Walz“ sollte den Wandersleuten möglichst viel Praxiserfahrung einbringen.
Die Zunftkleidung – die Kluft für die Arbeit.
Natürlich hat sich die Zunftkleidung mit der Zeit weiterentwickelt bzw. partiell auch verändert. Und damals wie heute wird diese besondere Art der Berufsbekleidung so konzipiert, dass sie dem Handwerker – neben dem Look und Tragekomfort – auch praktisch zu Diensten ist. So sollte der bekannte „weite Schlag“ der Zunfthosen z.B. verhindern, dass den Schreinern Sägespäne in die Schuhe geraten könnten. Ganz schön clever, oder!? An der Zunftkleidung sollte ebenfalls das goldene Handwerk zu erkennen sein. Und deshalb wurden z.B. die Westen mit acht weißen Knöpfen gearbeitet – diese standen als Symbol für den „Acht-Stunden-Arbeitstag“ der Handwerker. Die Ärmel sind dagegen mit jeweils drei Knöpfen ausgestattet worden – sie symbolisierten die drei Lehr- und drei Wanderjahre der Gesellen.
Symbolträchtig & voller Tradition: Zunftkleidung.
Zu der traditionellen Zunftkleidung gehört u.a. die Zunfthose (mit extra-großem Schlag) – diese besteht z.B. aus robustem Cord und hält dadurch einiges aus. Sie ist u.a. mit praktischen Seiten- und Zollstocktaschen verarbeitet (die klassische Farbe: Schwarz). Passend dazu gibt es die Zunftweste – oft ebenfalls aus Cord gefertigt. Sie besitzt ein verlängertes Rückenteil – denn so werden die Nieren selbst bei kühlem Wetter schön warm halten (plus Weitenregulierung). Passend dazu werden verschiedene Accessoires angeboten – z.B. eine praktische Nageltasche, Hammer- oder Zangenschlaufe oder einen Ratschenhalter. Tipp: Je nach Berufsgruppe trugen die Handwerker entweder robuste Stiefel oder Halbschuhe – meistens in Schwarz. Übrigens – ein Binder oder eine Krawatte rundeten das Zunft-Outfit perfekt ab












